"Avash, avash - langsam, langsam"


Jede Reise geht einmal zu Ende und aus Albanien können wir ein ganz besonderes Souvenir mitnehmen - die Einstellung zum Lebenstempo!


So gut wie jeder Gast, der etwas Kontakt zu den Einheimischen gesucht hat und intensivieren konnte, wird in verschiedenen
Situationen mit dem Ausdruck „avash, avash“ konfrontiert worden sein.


Das ist eine der liebsten Redensarten des Albaners. „Avash, avash“ bedeutet „langsam, langsam“ und beschreibt so ziemlich 98% der Dinge und Lebensumstände im Land.
Nur Autofahren und Telefonieren geht schneller!


Diese Formulierung, einem ungeschriebenen Gesetz gleich, wird verwendet, um viele Situationen zu erklären. Die eigene Arbeit, die Arbeit der Regierung, behördliche Angelegenheiten, das Ende des Winters, der Service im Restaurant, die Bekämpfung des Drogenanbaus, die Frage, wann der Strom wieder kommt, Bauvorhaben, die Müllabfuhr, die Sprachkenntnisse (des Gastes), und, und, und…
Manchmal, gerade wenn man sich länger im Land aufhält, kann diese Mentalität nervtötend sein. Denn wir sind (oder waren) es gewohnt, für alles eine schnelle Lösung parat zu haben (auch bei uns macht sich „langsam“ eine „Avash-Mentalität“ breit). Hier in Albanien hingegen braucht es Zeit, um Angelegenheiten und Situationen in Gang zu bringen. Viele Dinge müssen einen Prozess durchlaufen, bevor sie umgesetzt werden können und man darf diesen Prozess auf gar keinen Fall beschleunigen, „avash, avash“ eben. Auf jeden Fall kann so ein Albanienaufenthalt, zumindest für eine kurze Zeit danach noch, auch auf uns recht entschleunigend wirken und wir sollten in all der Hektik uns ein kleines Beispiel an dieser befreienden Einstellung nehmen. Zum Beispiel wenn wir nach dem Umzug auf den Telefonanschluss warten, in der Warteschleife hängen, an der Supermarktkasse Schlange stehen, den verspäteten Zug oder die S-Bahn herbeisehnen, und, und, und...


„avash, avash“!



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